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Apotheker unterstützen bei der Veränderung des Lebensstils für ein gemindertes Krebsrisiko

PRESSE-INFORMATION APOTHEKERKAMMER NIEDERSACHSEN

Endlich gesünder leben

Hannover, 26. Februar 2014 – Die Studie der Weltgesundheitsorganisation (WHO) über die Entwicklung von Krebserkrankungen hat viele Menschen beunruhigt. Schädliche Lebensgewohnheiten wie schlechte Ernährung, Rauchen, Alkoholkonsum und wenig Bewegung werden für die Entstehung bestimmter Krebsarten verantwortlich gemacht. Die der WHO zugehörige Internationale Agentur für Krebsforschung rief daher zu einer stärkeren Vorsorge und Umstellung des Lebensstils auf. So mancher ist dadurch motiviert, sich ausgewogen zu ernähren, mit dem Rauchen aufzuhören, regelmäßig Sport zu treiben, weniger Alkohol zu konsumieren und auf ausreichend Schlaf zu achten.

Aber was mit viel Elan beginnt, scheitert allzu schnell im Alltag. Hierfür gibt es drei wesentliche Gründe: Der Pflichtenkatalog ist zu voll, der Erfolgsfaktor Lebensfreude wurde vergessen und angesichts der Überfülle von Informationen kann man wichtig und unwichtig nicht mehr unterscheiden. Bevor man jedoch viel Geld in vermeintlich wirksame Mittel und Therapien steckt, ist es sinnvoll, das Gespräch mit einem Apotheker zu suchen. Er kann die Angebote besser einschätzen, aber auch in vielerlei Hinsicht unterstützen. Welche Stolperfallen es bei der Lebensumstellung zu umgehen gilt, erklärt die Apothekerkammer Niedersachsen.

Gesunde Ernährung
Wer von der weit verbreiteten Ernährung mit viel Weißmehl, tierischem Fett und Zucker auf eine gesündere Ernährung mit mehr Vollkornprodukten, Gemüse und Obst umsteigen will, braucht Geduld und Freude am Experimentieren. Dinge, die man überhaupt nicht mag, sollte man sich auch nicht aufzwingen, wohl aber Dinge ausprobieren, die man nicht kennt. Bei einer radikalen Umstellung auf mehr pflanzliche Kost und Vollkornprodukte können zunächst vermehrt Blähungen auftreten. Diese sind zwar unangenehm, aber auch völlig harmlos. Nach einiger Zeit hat sich der Körper an die andere Nahrung gewöhnt und die Verdauung funktioniert wieder normal. Ein offenes Gespräch mit dem Apotheker kann hier helfen, Fehleinschätzungen zu vermeiden. Tees oder Arzneimittel, die entkrampfend und beruhigend auf den Darm wirken, können die Ernährungsumstellung erleichtern. Menschen, die bestimmte blutverdünnende Medikamente einnehmen, benötigen eine sorgfältige Überwachung der Gerinnungswerte, wenn sie den Anteil an grünen Gemüsen in der Nahrung wesentlich ändern. In guter Abstimmung mit Arzt und Apotheker lassen sich unangenehme Überraschungen vermeiden.
Steigt der Ballaststoffanteil in der Nahrung an, kann es sein, dass ein eingenommenes Arzneimittel langsamer oder schwächer wirkt als gewohnt, weil die Ballaststoffe die Aufnahme des Wirkstoffs in den Körper behindern. Hier lohnt sich ein Gespräch mit dem Apotheker, da sich mit der Wahl des richtigen Einnahmezeitpunktes dieser Effekt vermeiden lässt.

Aufhören zu Rauchen
Wer von der Zigarette loskommen will, kämpft nicht nur mit seiner Willenskraft, sondern auch gegen unangenehme Entzugserscheinungen. Wenn diese das Aufhören erschweren, können nikotinhaltige Pflaster oder Kaugummis eine große Hilfe sein. Ob, wann und in welcher Stärke und Menge sie zur Anwendung kommen sollten, hängt sehr von den bisherigen Lebens- und Rauchgewohnheiten ab. Für manche Raucher kommt eher ein radikaler Schnitt, für andere ein stufenweiser Abbau der Zigarettenzahl in Frage. Der Apotheker kann individuell auf den Lebensstil des angehenden Nichtrauchers eingehen und unterstützende Tipps geben. Nach dem Ausstieg sollte geprüft werden, ob dauerhaft eingenommene Medikamente in der Dosierung angepasst werden müssen, da sich nun auch viele Stoffwechselvorgänge erheblich ändern.

Bewegung hilft immer
Die einen behaupten, keine Zeit für Sport zu haben, die anderen meinen, sie seien schon zu alt dafür. Doch diese Ausreden kann man nicht gelten lassen: Den ganzen Tag gibt es Möglichkeiten sich mehr zu bewegen. Auch schmerzende Muskeln und Gelenke sollten kein Hinderungsgrund, sondern vielmehr Anlass sein, sich aus dem Sessel zu erheben. Natürlich muss jeweils geklärt werden, ob die Beschwerden einer ärztlichen Behandlung bedürfen und welche Bewegungs- und Sportarten, z. B. bei einem Kniegelenksverschleiß möglich und zuträglich sind. Zahlreiche Bewegungsangebote von Physiotherapeuten, Gesundheitssportgruppen und Volkshochschulen stehen für Anfänger jeden Alters zur Verfügung. Auch ein halbstündiger Spaziergang zählt schon. Wer langsam anfängt und sich nach und nach steigert, verschafft sich schnell Erfolgserlebnisse und vermeidet Überforderungen.

In Apotheken finden Patienten jederzeit ein offenes Ohr, wenn sie einen gesunden Lebensstil pflegen und damit ihr Krebsrisiko senken möchten. Sie unterstützen individuell bei den geplanten Verhaltensänderungen und helfen Irrtümer vermeiden.