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Blutdruck regelmäßig und richtig messen!

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Bluthochdruck spürt man nicht!

Hannover, 07. November 2013 – Zu wenig Bewegung, ungesunde, fettige und salzreiche Ernährung, Übergewicht, Stress, Rauchen – Dieser Lebensstil kann zu Bluthochdruck führen. Rund 35 Millionen Deutsche leiden an dieser Krankheit, aber nur die Hälfte weiß davon, weil man Bluthochdruck nicht spürt. Der Körper leidet jedoch. Anhaltender hoher Blutdruck erhöht das Risiko für Gefäßerkrankungen, die wiederum Herzschwäche, Herzinfarkt, Schlaganfall oder Nierenversagen verursachen können. Was man tun kann, damit es gar nicht erst so weit kommt, erklärt die Apothekerkammer Niedersachsen.

Blutdruck richtig messen
Oberste Priorität hat das regelmäßige und richtige Blutdruckmessen. Wer kein Messgerät zur Hand hat, kann seinen Blutdruck auch beim Arzt oder Apotheker messen lassen. Insbesondere Menschen mit einem ungesunden Lebensstil oder Personen mit einem erblich bedingten Risiko ist tägliches Blutdruckmessen angeraten. Dies sollte morgens vor dem Frühstück geschehen, wenn man weder Nahrung, Medikamente oder Kaffee zu sich genommen hat.

Damit man zu Hause seinen Blutdruck richtig messen kann, ist es wichtig, die richtige Manschettengröße für den Arm und die Messmethode (Oberarm- oder Handgelenk) auszuwählen. Apotheker helfen dabei und zeigen auch, wie man richtig misst. So muss sich bei der Messung die Manschette auf Herzhöhe befinden. Weiterhin empfiehlt es sich, immer am rechten Arm zu messen. Um die Ruhewerte korrekt zu ermitteln, setzt man sich am besten schon fünf Minuten vorher ruhig hin. Da der Blutdruck natürlichen Schwankungen unterliegt, muss ein erhöhter Wert zunächst noch nichts bedeuten. Wichtig ist, dass Patienten über mehrere Tage ihren Blutdruck messen und die Werte dokumentieren. Wenn ihnen die Messergebnisse morgens einmal komisch vorkommen, sollten Patienten nicht zu häufiger als dreimal hintereinander messen. Erfahrungsgemäß wird der Wert mit jeder Messung höher, da die Aufregung steigt. Um Messfehler auszuschließen, sind regelmäßige Kontrollmessungen von einem Arzt oder Apotheker ratsam.

Der Blutdruck eines gesunden Menschen liegt bei 120/80 mmHG (Abkürzung für Millimeter Quecksilbersäule). Die erste Zahl beschreibt die Auswurfphase des Herzens, bei der sich die linke Herzkammer zusammenzieht und das Blut in die Aorta pumpt. Der Blutdruck ist hier am höchsten. Der zweite Wert bezeichnet die Entspannungsphase der Herzmuskeln. Die beiden Herzkammern erweitern sich, um neues Blut hineinströmen zu lassen. Der Blutdruck ist hier am geringsten. Liegen die Werte dauerhaft über 140/90 mmHG liegt ein leichter Bluthochdruck vor. Eine schwere Hypertonie beginnt bei Werten von über 180/110 mmHG.

Wenn über mehrere Tage hohe Blutdruckwerte gemessen werden oder sich Beschwerden wie grundloses Nasenbluten, Blut im Urin oder Kopfschmerzen beim Aufwachen häufen, Herzklopfen, Schwindelanfälle oder Sehstörungen auftreten, ist dringend ein Arzt aufzusuchen. Ist der Blutdruck anhaltend über 200/130 mmHG, liegt eine Notsituation vor, die sofort einen Arzt erfordert

Einstellung der Medikation
Vielfach ist zu Beginn der Therapie etwas Geduld erforderlich. Die Eingewöhnungsphase des Körpers kann bis zu zwei Wochen betragen. In dieser Zeit fühlen sich viele Patienten müde. Das liegt daran, dass sich der Körper erst wieder auf den normalen Blutdruck einstellen muss. In dieser Zeit ist es ratsam, nicht selbst Auto zu fahren. Bleiben die Beschwerden aber nach diesem Zeitraum bestehen, empfiehlt sich ein Gespräch mit dem Arzt.

Lebensgewohnheiten ändern
Allein mit Medikamenten ist es aber nicht getan. Durch eine Umstellung der Lebensgewohnheiten kann der Blutdruck gesenkt werden. So können unter Umständen in Rücksprache mit dem Arzt auch die Medikamente reduziert werden. Die folgenden Maßnahmen bieten sich auch schon als Prophylaxe an. Raucher sollten zu allererst dringend mit dem Rauchen aufhören. 30 bis 45 Minuten leichter Sport ein- bis zweimal die Woche, wie z.B. Walken, Schwimmen oder lange Spaziergänge sind ebenso ein guter Anfang. Weiterhin wirken sich Entspannungsübungen wie Yoga oder Meditation positiv auf die Therapie aus.

Auf dem Speiseplan sollte eine kalium- und ballaststoffreiche Ernährung mit vielen Früchten (insbesondere Bananen und Trockenfrüchte), Gemüse und Vollkornprodukten stehen. Dazu ist eine Reduzierung von Fett und Salz bei der Ernährung sinnvoll. Neben einer Umstellung auf weniger salzreiche Kost, bieten sich sogenannte Entlastungstage an, z.B. ein Obst-, Saft- oder Reistag pro Woche, die zu einer Blutdrucksenkung führen. Eine Minimierung des Alkoholkonsums ist ebenso ratsam.

Wer Fragen zu einer therapieunterstützenden oder prophylaktischen Ernährung gegen Bluthochdruck hat, kann sich jederzeit an seinen Apotheker wenden.

Lieben Dank für ihre Aufmerksmkeit.

Meyer-Ruttmann