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Was Männer bei der Einnahme von Potenzmitteln beachten sollten

PRESSE-INFORMATION APOTHEKERKAMMER NIEDERSACHSEN

Apotheker beraten diskret

Hannover, 06. März 2014 – Vermeintlich peinliche Arzneimittel bestellen viele Menschen gerne online. Das gilt insbesondere für Potenzmittel wie Viagra und die neu erhältlichen, wesentlich günstigeren Generika mit dem gleichen Wirkstoff. Vielfach bestellen Männer auch bei dubiosen Anbietern, um sich den Besuch beim Arzt und Apotheker zu ersparen. Doch diese Potenzmittel sind rezeptpflichtige Medikamente – und das aus gutem Grund. Die Apothekerkammer Niedersachsen weist auf Risiken und Nebenwirkungen hin und erklärt, warum Potenzmittel mit dem Wirkstoff Sildenafil nicht anonym und ohne Rezept eines Arztes über das Internet bestellt werden sollten.

1. Der Gang zum Arzt
Am Anfang muss immer ein Besuch beim Arzt stehen. Dieser wird feststellen, ob wirklich eine erektile Dysfunktion vorliegt, also die Unfähigkeit, eine für den befriedigenden Geschlechtsverkehr ausreichende Erektion zu erreichen bzw. aufrechtzuerhalten. Es ist wichtig, Krankheiten auszuschließen, die ein Grund für die Dysfunktion sein könnten.

Ebenso sollte bei einigen Vorerkrankungen genau abgewogen werden, ob der Einsatz von Potenzmitteln mit Sildenafil nicht eine zu große Gefahr für den Patienten darstellt. Das gilt zum Beispiel bei schweren Herz-Kreislauferkrankungen, kürzlich erlittenem Herzinfarkt oder Schlaganfall, bei bestimmten Augenerkrankungen, schweren Lebererkrankungen, zu niedrigem Blutdruck (unter 90/50 mmHg), bestimmten Penismissbildungen oder Bluterkrankungen.

2. Der Gang in die Apotheke
Eine Beratung hinsichtlich korrekter Einnahme und Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln erhält der Patient in der Apotheke. Er muss nicht befürchten, dass andere Patienten das Gespräch mithören können. Für Fälle dieser Art gibt es die Möglichkeit, einen Termin mit seinem Apotheker auszumachen oder in den Beratungsraum zu gehen, den viele Apotheken anbieten.

Der Patient sollte nun alle Medikamente, die er einnimmt, nennen, damit der Apotheker mögliche Wechselwirkungen herausfinden kann. So gibt es einige Herz-Kreislaufmittel (z. B. mit den Wirkstoffen Molsidomin oder Nitraten), bei denen es in Verbindung mit Sildenafil zu einer lebensgefährdenden, blutdrucksenkenden Wirkung kommen kann. Weiterhin treten Wechselwirkungen bei Antibiotika, Virustatika wie HIV-Medikamenten und bestimmten Arzneimitteln gegen Pilzinfektionen auf. Auch rezeptfreie Arzneimittel wie Johanniskraut haben Einfluss auf die Wirkung dieser Potenzmittel, wenn auch eine geringere.

Der Apotheker erläutert auch noch einmal die Wirkungsweise und Dosierung des Arzneimittels und erklärt, wann die Wirkung eintritt und wie lange sie anhält. Ferner klärt er über die korrekte Einnahme auf. Wie bei vielen anderen Medikamenten auch, ist von einer Einnahme mit Grapefruitsaft abzuraten. Weiterhin sollte man vorher nicht zu fett und reichhaltig gegessen haben, da sonst eine Wirkungsverzögerung und -minderung eintreten kann.

3. Bei Onlinebestellung auf das DIMDI-Siegel achten

Nachdem Mitte 2013 das Patent für Viagra abgelaufen ist und viele Hersteller mit Generika in den Markt drängen, wurde das Geschäft mit diesen Potenzmitteln noch einmal belebt. Potenzmittel dieser Art sollte man also nicht nur wegen der vielen möglichen Risiken bei Vorerkrankungen oder wegen der Nebenwirkungen in seiner Apotheke vor Ort kaufen, sondern auch, weil im Internet sehr viele Fälschungen angeboten werden. Diese enthalten entweder gar keinen Wirkstoff, giftige Verunreinigungen oder sind überdosiert. Das führt zu schweren gesundheitlichen Problemen, von dauerhaften Gewebeschäden bis hin zum Tod. Wer sein Präparat dennoch im Internet bestellen möchte, sollte darauf achten, dass er bei einer öffentlichen Apotheke mit Versandhandelserlaubnis bestellt. Sie ist am sogenannten DIMDI-Siegel (www.dimdi.de) zu erkennen. Klickt man auf das Siegel, wird man zur Website des Deutschen Instituts für Medizinische Dokumentation und Information weitergeleitet und erhält so die Bestätigung der Seriosität der Apotheke. Weiterhin wird eine offizielle Versandapotheke das Präparat niemals ohne Vorlage des Rezeptes versenden