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Schwangerschaft und Medikamente? Was geht!

Ein Ausschnitt unserer Empfehlungen für werdende Mütter.

Allgemein sollten Medikamente in der Schwangerschaft sehr zurückhaltend eingenommen werden.

Wir empfehlen altbewärte Substanzen, diese sind langjährig erprobt.

1. Vor der geplanten Schwangerschaft sollte die Frau eine zusätzliche Aufnahme von Iod und Folsäure erwägen.

Folsäure: Spätestens 4 Wochen vor dem geplanten Zeugungstermin sollte mit der Folsäuregabe begonnen werden. Es reichen 400 ug täglich. Auf jedenfall bis nach den ersten  drei Schwangerschaftsmonaten ( 1. Trimenon).

Wertvolle Lebensmittel mit hohem Folsäuregehalt sollten in den gesamten 40 Schwangerschaftswochen regelmäßig auf dem Speiseplan stehen.

Dazu gehören:

Spinat – Feldsalat – Grühnkohl – Brokkolie – Grüne Bohnen – Porree – Erbsen – Kichererbsen – weiße Bohnen – Weizenkeime oder Kleie – Kirschen – Erdbeeren – Weintrauben – Erdnüsse – Haferflocken – Camembert

Aber bitte meiden Sie die Leber.

Iod: Damit es zu keiner Unterversorgung gerade im 1.Trimenon kommt, empfehlen wir 100 ug bis 150 ug Iod als Einmalgabe und das täglich.

2. In der Schwangerschaft sind die Ergänzung von Vitamin D und Omega-3-Fettsäuren meist sinnvoll.

Gerade in der dunkler Jahreszeit braucht die Schwangere viel Sonnenlicht oder alternativ Vitamin D. Hier sollte man 500 ug bis 800 ug täglich zuführen. Dies tut besonders der Knochengesundheit von Mutter und Kind gut.

Wer 300 Gramm fettreichen Meeresfisch in der Woche ißt, ist ausreichend mit Omega-3-Fettsäuren versorgt. Alternativ können auch Nahrungsergänzungsmittel verwendet werden.

3. Werte für Eisen, Magnesium, Calcium

Erst ab Werten unter 11,0 g/dl im Blut wird eine zusätzliche Eisenzufuhr befürwortet. Dies ermittelt der Frauenarzt. Also bitte nicht selber kaufen.

Der Mehrbedarf an Calcium und Magnesium wird meist über die Ernährung ausgeglichen. Nach Anraten des Arztes darf aber gerne Magnesium in einer hochwertigen organischen Verbindung zusätzlich eingenommen werden.

Noch ein Tipp…

zum Schwangerschaftserbrechen.

Nach Klärung mit dem behandelnden Arzt : bei starker Übelkeit und schwerem Erbrechen sind vor allem dimenhydrinathaltige Arzneimittel zugelassen ( nicht im 3. Triminon anwenden, da es hier zu vorzeitigen Wehen kommen kann).

Bei leichten Symptomen können Ingwer und bis zu 3 x täglich 10 mg Vitamin B6 eingesetzt werden.

zur Behandlung von Magen-Darm-Beschwerden.

Reflux und Sodbrennen, hier empfehlen wir Antazida. Diese aber bitte nicht mit Obstsäften einnehmen um daraus folgende Aluminiumbelastungen zu verringern.

bei Schmerzen.

Trotz neuer Studienerkenntnisse wird die Einnahme von Paracetamol weiter als 1. Wahl empfohlen.

Wir emphehlen vor der Einname von Medikamenten folgende Internetseite aufzusuchen.

www.embryotox.de

Dies ist eine frei zugängliche Datenbank für Arzneimittelsicherheit in der Schwangerschaft.

Danke für ihr aufmerksames Lesen.

Jörg Meyer-Ruttmann